Raum, Raub, die Zentrale wird modernisiert
Veronika Kellndorfer, Thomas Schulz
10. 09. – 30. 10. 2010
Eröffnung: Donnerstag 09. 09. um 19 Uhr
Es spricht Dr. Michael Tacke, büro orange
Die beiden in Berlin lebenden Künstler Veronika Kellndorfer und Thomas Schulz errichten in der Galerie einen Parcours aus Konstruktion, Projektion, Glas und Licht. Veronika Kellndorfer zeigt vier ihrer ins Glas eingebrannten Siebdruckarbeiten, Thomas Schulz spannt ein akustisches Netz.
Ausgehend von dem Gedanken, dass sich Geschichte und Gegenwart einer Gesellschaft an ihren Häusern ablesen lässt, fokussiert Veronika Kellndorfer die Wahrnehmung von Architektur. Es geht um Spurensuche, und dabei um Transparenz, Projektion, Raum und Reflektion. Die Künstlerin macht – sich – ein Bild von Architektur und dabei vorzugsweise von gebauten Ikonen der Moderne. Ihre Arbeit „House of Bamboo“ verwandelt die Ansicht des Schindler Studio House in ein geheimnisvolles Gebilde, bei dem die Bezüge zwischen gedrucktem und realem Licht, Innen und Außen fließend sind. Möglich wird dies dank eines Materials, das Durchsichten ermöglicht und dennoch ein Instrument der physischen Separation ist: Glas. Veronika Kellndorfer verwendet Glas zugleich als Bildträger. Seine Trans parenz wird in ihren Arbeiten vom feinen Siebdruckraster und von zahlreichen Licht- und Spiegelreflexen gebrochen, die sich zu fotografischen Schichtungen addieren. So gelingen ihr dichte Arbeiten voller Mehr deutigkeiten und ein Transfer des Dreidimensionalen in die gläserne Fläche, die als Vorstellungsraum der Erinnerung fungiert.
Thomas Schulz nutzt für sein Konzept akustischer Skulpturen Methoden und Techniken der Vernetzung und
Kommunikation. Es werden Räume generiert durch Sprache, Text, Video, Stimmen, Geräusche und Klänge.
Zugrunde liegt die Überlegung, komplexe gesellschaftliche Entwicklungen, Vorgänge und Tendenzen
mittels nichtlinearer Techniken auszudrücken. Gebaute Skulpturen aus Stahldraht, Glas und optischen
Linsen verbinden sich mit mehrstimmigen medialen Aufzeichnungen und eigenen Kompo sitio nen. So
begreift Thomas Schulz den Entstehungsprozess der politisch und ökonomisch sich bildenden
Konstruktion namens “Europa” als wachsende, sich immer wieder neu formierende Skulptur. 1989 beginnt
er sein Projekt akustischer und fotografischer Recherchen “The European Sculpture” in und an den
Baustellen des Euro-Tunnel, das er am Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg fortgesetzt und
erweitert hat.
Seinem Ansatz der Umsetzung von Sprache in klangliche Impulse folgend zeigt er in der Galerie Arbeiten,
die die Räume wie ein Netz durchziehen: u.a. ein Pulk sprechender Mikrophone dem der “Prolog der
Störche, der Prolog der Abgeordneten“ entsteigt sowie eine Tastatur schmaler schwarzer Lautsprecher -
leisten mit der Komposition “Raum Raub“, einem Lied aus zwei Worten, getragen von den Rhythmen der
Zikaden.
Im Triebwerk unserer Gegenwart wird die Galerie zum Transambulatorium, in dessen Wartungs raum die Echos zweier künstlerischer Ansätze malerischer und skulpturaler Positionen das Glaskabinett stellen (Thomas Schulz)
Vonika Kellndorfer (Kurzvita)
| 1962 | in München geboren |
| 1983 | Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien |
| 1984 - 90 | Studium an der Hochschule der Künste in Berlin |
| Stipendien (Auswahl) | |
| 2005 | Stipendium, Villa Massimo, Rom Projektförderung Hauptstadtkulturfonds, Berlin |
| 2003 | Stipendium, Villa Aurora, Los Angeles |
| 2000 | Stipendium, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart |
| 1998 | Stipendium Stiftung Kunstfonds e.V., Bonn |
| Einzelausstellungen (Auswahl) | |
| 2010 | urban haze, AedesLand, Berlin |
| 2009 | private utopias, Christopher Grimes Gallery, Los Angeles |
| 2007 | Lichtspiel, Christopher Grimes Gallery, Los Angeles Diorama, Postmoskau, Berlin |
| 2006 | Traumschalter, Galerie Fahnemann, Berlin |
| 2005 | exterior and interior dreams, Berlinische Galerie |
| 2003 | building paradise, Verle Annis Gallery, Los Angeles |
| 2001 | SCHOCKEN, Akademie Schloss Solitude und Hegelmuseum, Stuttgart |
| 1999 | cinemascope, büro orange München |
| 1997 | piazza bologna, büro orange Siemens München, mit Heinrich Weid |
| Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) | |
| 2010 | Schnittstelle Druck, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig Incognito, Santa Monica, Museum of Art, California Berlin Transfer, Berlinische Galerie, Berlin |
| 2009 | Zeigen, Temporäre Kunsthalle, Berlin, (auf Einladung von Karin Sander) |
| 2008 | Zeitblicke. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Martin-Gropius-Bau, Berlin Interieur/Exterieur, Kunstmuseum Wolfsburg |
| 2007 | contemporary collection part 1, Hammer Museum, Los Angeles |
| 2006 | Okkupation, Hufeisensiedlung, Berlin |
| 2003 | under ground, Galerie Neue Meister, Albertinum, Dresden |
| 2002 | the invisible and the visible, UIA Architektur-Weltkongress, Berlin |
| 2000 | City Index, Recherchen im urbanen Raum, Dresden Neuordnung der Sammlungen, Hamburger Bahnhof, Berlin |
| 1998 | hauptnutzfläche, büro orange, Siemens München |
| 1997 | Correspondences Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh Korrespondenzen, Berlinische Galerie im Martin Gropiusbau s/light, Konstmuseet, Malmö, Schweden |
| 1996 | Laboratorium Berlin – Moskau, Contemporary Art Center, Moskau |
| Realisierte Projekte im öffentlichen Raum (Auswahl) | |
| 2010 | le regard extérieure, Bundesfamilienministerium, Berlin |
| 2008 | Eukalyptusbäume, Himmel und Pflanzen, Justizzentrum, Aachen |
| 2002 | de passage, Fenster für eine Unterführung, München, mit büro orange |
| 1999 | Palazzo Postale, Bundesarbeitsgericht, Erfurt regle du jeu, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Universität Magdeburg cage d'escalier, ARD Hauptstadtstudio, Berlin |
| 1998 | piazza bologna, Innen- und Aussenfassade, büro orange, Siemens München |
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)
Artothek des Neuen Berliner Kunstvereins, Berlin
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
Berlinische Galerie
Landesmuseum Berlin
Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus
büro orange, Siemens AG, München
Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof, Berlin
Hammer Museum, Los Angeles
Ifema, Sammlung Arco Madrid
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Thomas Schulz (Kurzvita)
| 1950 | in Berlin geboren |
| 1977-83 | Studium an der Hochschule der Künste, Berlin |
| seit 1979 | Beginn der Entwicklung von akustischen Skulpturen aus Stahldraht und Glas |
| 1985/86 | Arbeiten mit einsehbaren Räumen mittels optischer Linsen / Spy in New York und Berlin |
| 1989 | Beginn des Projekts „THE EUROPEAN SCULPTURE“, akustische und fotogra-fische Recherchen in und an den Baustellen des Euro-Tunnel |
| seit 1993 | Arbeiten im und am Europäischen Parlament in Brüssel und Straßburg |
| 2002 | Beginn Recherche Fischer Schröder Havelland |
| Förderungen | |
| 2000 | Villa Serpentara, Akademie der Künste Projekt-Förderung PARLAMENT DER KLÄNGE, KUNSTFONDS, Bonn |
| 1999 | Arbeitsstipendium des Sen.Kult. Berlin |
| 1995 | Projektstipendium der Stiftung KULTURFONDS, Berlin |
| 1986 | Atelier Künstlerhaus Bethanien |
| 1985 | Project Studios 1 / P.S.ONE – New York |
| Ausstellungen (Auswahl) | |
| 2009 | Das organisierte Versprechen in den Stimmen der Seezunge, Kunsthalle Brennabor in Brandenburg |
| 2008 | Sonoric Perspectives, Nordische Botschaften von C. Metzger, Berlin Gefälschter Verwandter IV, – Ostsee-Biennale der Klangkunst, Usedomer Musikfestival Kunstpavillon Heringsdorf |
| 2007 | Beginn des Landschaftprojekts Havelland |
| 2004 | Skulptur Europa / Aufsicht auf künftige Parlamentsböden, Ostseebiennale der Klangkunst – Audiovisuelle Projektion 54’, Kunsthalle Rostock Neuropäisch, CDR-Projektion Donaueschinger Musiktage „MUTABOR – Wer lacht fliegt raus“, 21 Kanaille in „EU positive“, ADK |
| 2003 | Schichtweise, Mikrophonie No. VII, Galerie Neue Meister, Dresden |
| 2001 | European Drawings, Mikrophonie No. VI, im Symposium „Kunst als Wissenschaft – Wissenschaft als Kunst“ Gemäldegalerie Berlin |
| 2000 | We come to the votes now, Donaueschinger Musiktage |
| 1997 | Gegenstimmen? Enthaltungen? Ist so beschlossen!, Hamburger Bahnhof, Berlin |
| 1999 | "unter und über, irdische", Piazza am Literaturhaus, München |
| 1992 | Not here but under the sea, NBK BERLIN |
| 1991 | „CORRESPONDANCE“, Musée d´Art Moderne, Saint Etienne |
| 1989 | Korrespondenzen, Berlinische Galerie, Berlin |
| 1987 | Das Haus spricht, Documenta 8, Kassel Audiothek |
| 1986 | 1 hoch Null/Tage zur Ansicht, Künstlerhaus Bethanien, Berlin |
| 1985 | Cultur Shoc Boxes, Clock Tower / P.S.ONE, New York |
| 1982 | First Secret Service Permanent Congress Music, Biennale Paris, Musée d´Art Moderne de la Ville de Paris |
| 1981 | Faced Mirror – Im Westen nichts Neues, Kunstmuseum Luzern / Sammlung Ludwig |
Arbeiten in Sammlungen (Auswahl)
Berlinische Galerie
Galerie der Gegnwart, Hamburg
Stadt Düsseldorf
Veronika Kellndorfer
Veronika Kellndorfer
Klangdatei starten
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Thomas Schulz
Thomas Schulz
Thomas Schulz
Ausstellungsansicht Galerie Jordanow September 2010
Ausstellungsansicht Galerie Jordanow September 2010





















